Vom Schaden anderer zu profitieren, ist unanständig. Das muss auch für Staat und IT-Industrie gelten. Staatliche Stellen gehören verpflichtet, bekannt gewordene Sicherheitslücken unverzüglich den Herstellern zu melden, statt sie womöglich zu Spionagezwecken selbst auszubeuten („Staatstrojaner“). Und die Hersteller und Importeure von Informationstechnik müssen gesetzlich zur Beseitigung bekannter Sicherheitslücken binnen einer Woche verpflichtet werden – und zwar mindestens 10 Jahre lang seit Inverkehrbringen. Mit Produkthaftungsgesetzen aus den 80er Jahren wird sich die Digitale Revolution nicht bestreiten lassen.[1]

So kann man den derzeitigen Stand der Sicherheitsarchitektur der Bundesregierung beschreiben.

Und das, obwohl Deutschland der Aktionstag „Safer Internet Day“ vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien getragen werden.

Daher ist die Initiative um den Aktionstag „Safer Internet Day“ sehr zu begrüßen. So rücken heute weltweit Initiativen, Schulen, Unternehmen und Medien das Thema Sicherheit im Internet in den Mittelpunkt.

Hierzulande werden die vielfältigen Maßnahmen von der EU-Initiative klicksafe koordiniert.

Selbst für Kinder und Jugendliche sind heute Hatespeech oder Cybermobbing keine Fremdwörter und mit extremistischer Propaganda werden viele von ihnen auf Social-Media-Plattformen konfrontiert. Der Schutz vor solchen Internet-Phänomen wird auch deshalb schwerer, weil die meisten Heranwachsenden inzwischen auch mobil online sind (bereits 92 % der 12-19-Jährigen besitzen ein eigenes Smartphone (JIM-Studie 2015).

Das Safer Internet Programm der Europäischen Union unterstützt Safer Internet Centres in 27 europäischen Ländern mit der Zielsetzung, bei Kindern, Eltern und Lehrern die Medienkompetenz und Sensibilisierung für Gefahren im Internet zu fördern, Kindern und Jugendlichen eine telefonische Beratungsstelle zu Online-Problemen anzubieten sowie Internet-Nutzern Meldestellen für illegale Inhalte zur Verfügung zu stellen.

In Deutschland wird das Safer Internet Programm durch den Verbund Safer Internet DE umgesetzt. Diesem gehören neben dem Awareness Centre klicksafe die Internet-Hotlines internet-beschwerdestelle.de (durchgeführt von eco und FSM) und jugendschutz.net sowie das Kinder- und Jugendtelefon von Nummer gegen Kummer (Helpline) an.

Ob dies alles ausreicht, ist fraglich zumal die öffentlichen Institutionen eine teilweise erschreckende Unkenntnis über den digitalen Wandel zeigen.


[1] Patrick Breyer, Piratenpartei

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