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Gut gedacht aber schlecht gemacht – Zum internationalen Tag der Pflege

Gastbeitrag von Sandra Leurs, Kommunalpolitikerin in Krefeld und Fachfrau für Pflege

Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale, die 1851 ihre erste Hospitanz in der Krankenpflege bei der Diakonie in Kaiserswerth antrat.

Meine Teilzeitausbildung zur staatlich examinierten Altenpflegerin absolvierte ich im Jahr 1996 ebenfalls an dieser Schule; seinerzeit im Rahmen eines Alten- und Krankenpflegefachseminars der Diakonie Kaiserswerth. Ich hatte damals Hauptschulabschluss und einem Gesellenbrief als Friseurin; dies galt als mittlere Reife. Mittlerweile wurde die Einrichtung zu einer Hochschule, an der ein Bachelor oder Master im Gesundheitsbereich erworben werden kann.

Für und Wider von Akademisierung in der Ausbildung

Was das mit der Notsituation in der Pflege heute zu tun hat? Die Pflegeausbildung muss generalisiert und auch akademisiert werden. Akademisiert bedeutet, junge Menschen mit Abitur studieren Pflege. Wie in den USA.
Die hohen Anforderungen, die es in der in der Kranken- und Altenpflege gibt, machen dies erforderlich, denn Pflege ist wissenschaftlicher geworden. Das europäische Ausland ist bereits viel weiter. Dort bildet man schon seit vielen Jahren generalistisch und akademisch aus. Bei uns in Deutschland wird es eine Generalistik light geben, wie im Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU/CSU nachzulesen ist. Keine Akademisierung der Altenpflege fordert hingegen zum Beispiel der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP).

Weshalb dies? Ganz einfach: Die Betreiber von Pflegeeinrichtungen befürchten, die zukünftigen Altenpflegefachkräfte besser bezahlen zu müssen. Dieses würde die Rendite mindern.

Aus diesem Grund wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auch keine einheitlichen und flächendeckenden Tarife erreichen. Die kirchlichen Betreiber mit ihren Arbeitsrechtlichen Kommissionen werden da ein Wörtchen mitreden wollen und auch der AGVP.

Die Pflegekatastrophe

Jens Spahn will mit der flächendeckenden Anhebung der Bezahlung auch erreichen, dass Pflegefachkräfte im #Pflexit wieder in den Beruf zurückkommen. Das alleine wird aber nicht reichen. Wissenschaftlich fundierte Personalschlüssel sind mindestens ebenso wichtig. Ein Unterschreiten dieser Mindestpersonalschlüssel muss unzulässig sein. Ebenso wie viele Verträge zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen, die gestatten, auch mit 6-8% weniger Personal als Krankenhaus weiterzuarbeiten.

Wir sind bereits in der Pflegekatastrophe angekommen. Vor ein paar Tagen kam ein Mann in Bayern ums Leben, nach einem Schlaganfall. Er hätte vielleicht gerettet werden können.
Wenn ein Krankenhaus in oder um München herum, ein Notfallbett zur Verfügung gehabt hätte.

Die Piratenpartei befasst sich schon seit langem mit dem Pflegenotstand und seinen Konsequenzen für Pflegende und Patienten. Wir bieten in unserem Programm praxis- und menschennahe Lösungen.

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